Die Mechelse Heide ist eines der größten Naturschutzgebiete Belgiens. Dieses Gebiet liegt im Nationalpark Hoge Kempen in der Provinz Limburg. Es umfasst etwa 700 Hektar und verdankt seinen Namen den weiten Heidelandschaften, die von wunderschönen Wäldern und Panoramablicken durchzogen sind. Besonders eindrucksvoll ist die Mechelse Heide im Spätsommer, wenn die Heide in voller Blüte steht. Sie ist ein beliebter Ort für Naturliebhaber, Wanderer und alle, die Ruhe und Erholung in der Natur suchen.
Man kann auf gut markierten Wegen wandern, die durch Heidelandschaften, Sanddünen und Gewässer führen. Es gibt verschiedene Routen mit unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden, die Wanderer an Heiden, Dünen und Wasserflächen vorbeileiten. Wer es sportlicher mag, kann auch den Aufstieg auf die Halde wagen. Neben dem Wandern gibt es in bestimmten Bereichen des Parks auch Möglichkeiten für Radfahrer, Mountainbiker und Reiter, ihrem Hobby nachzugehen.
Wir haben uns ebenfalls entschieden, die Mechelse Heide zu erkunden. Dazu besuchten wir das Informationszentrum und nahmen eine Wanderkarte mit, was uns die Wahl unserer Route erleichterte.
Die Lila Route
Wir entschieden uns für die lila Route, die mit einem lilafarbenen Waschbeckensymbol markiert ist. Diese Strecke führte uns durch die Heide und an der ehemaligen Sandgrube vorbei.
Unsere Wanderung begann am „Mechelse Heide Gateway“, wo es ziemlich voll war – verständlich an einem herrlich sonnigen Sonntag. Das Parken war etwas chaotisch, doch wir fanden schnell einen Platz und ließen die Menschenmenge bald hinter uns.
Das Gebiet ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet.
Wir wollten den Schildern genau folgen, hatten aber zur Sicherheit auch das GPS dabei. Mit der Wanderkarte konnten wir genau sehen, wo sich die Rastplätze und Kreuzungen befanden, auch wenn wir diese selbst nicht benötigten.
Die Heide wirkte noch recht unscheinbar (wir waren im Mai unterwegs), doch die roten Sträucher hoben sich wunderschön ab. Der Weg führte uns über sandige Pfade und Treppen hinauf zu Aussichtspunkten, von denen aus wir die weite Landschaft genießen konnten. Ich kann mir gut vorstellen, wie atemberaubend es aussieht, wenn die Heide in voller Blüte steht.
Tipp: Ein Besuch im September lohnt sich besonders – dann verwandelt sich die Landschaft in ein Meer aus violetten Farben!
Terril
Für mich war das Besteigen einer Halde ein völlig neues Erlebnis; ich sah sie zunächst einfach als Hügel, aber tatsächlich handelt es sich um etwas anderes – und in dieser Region sehr Bekanntes. Ich hatte vorab darüber gelesen und wollte sie unbedingt aufsuchen, da sie zum Besuch dieses Gebiets dazugehört.
Eine Halde ist ein künstlich aufgeschütteter Hügel, der durch die Anhäufung von Abfallmaterial (wie Steinen und Geröll) aus dem Bergbau, insbesondere aus dem Kohleabbau, entstanden ist. In Regionen, in denen früher intensiv Bergbau betrieben wurde – wie hier – gehören Halden zum typischen Landschaftsbild. Diese Hügel können mehrere Meter hoch werden und sind oft mit Gras, Bäumen und Sträuchern bewachsen, sodass sie allmählich Teil der natürlichen Umgebung werden.
Mancherorts, wie an der Mechelse Heide, wurden solche Halden inzwischen in Erholungsgebiete umgestaltet. Wanderer können sie nun besteigen und den Ausblick auf die umliegende Landschaft genießen. Gleichzeitig erinnern sie an das industrielle Erbe der Region – Hintergrundwissen, das ich persönlich immer spannend finde.
Sandgrube
Nach einigen Aufstiegen und Halden erreichten wir die ehemalige Sandgrube. Wir wanderten zwischen zwei Gewässern hindurch, von denen eines noch aktiv für die Sandgewinnung genutzt wird. Hier wird Quarzsand über eine Leitung bis an den Rand der Mechelse Heide transportiert.
An der Sandgrube stand eine bemerkenswert hohe Bank – ein idealer Platz für eine kurze Pause. Nachdem wir den Ausblick genossen hatten, setzten wir unseren Weg über einen Holzsteg fort. Ich beschloss, für einen Moment in den Sand zu treten, während mein Mann auf dem Weg blieb. Dabei stellten wir fest, dass wir ein rotes Dreieck übersehen hatten. Zum Glück korrigierten wir unsere Route schnell und gingen weiter.
Die Glattnatter
Während der Wanderung machte ich Fotos von der Natur, voneinander und natürlich auch von unseren Pins. Plötzlich hörte ich ein Rascheln – anders als die üblichen Geräusche. Ich blieb stehen und schaute in die Richtung des Lärms. Zu meiner Überraschung sahen wir eine Schlange, die schnell ins Dickicht davonhuschte. Für ein Foto war der Moment zu kurz, aber es war etwas Besonderes, eine Schlange in freier Wildbahn zu sehen. Laut der Wanderkarte ist dies der Lebensraum der Glattnatter – vermutlich also das Tier, das wir beobachtet haben.
Die Glattnatter ist eine ungiftige Schlange und gilt als bedrohte sowie geschützte Art. Sie gehört zu den drei Schlangenarten, die in den Niederlanden und in Belgien vorkommen.
Ein Moment mit der Natur
Der letzte Teil der Wanderung führte uns durch einen Wald, in dem das Sonnenlicht wunderschön durch die Bäume fiel. Laut einer Infotafel werden hier Bäume gefällt, um Platz für andere Bäume und Pflanzen zu schaffen. Kurz vor dem Ende entdeckten wir ein Rehkitz auf dem Weg. Mein Mann dachte zunächst, es sei ein Hund, doch als das kleine Tier gemächlich in den Wald lief, bemerkte er den Irrtum. Das Kitz blieb einen Augenblick stehen, schaute zu uns herüber und verschwand dann tiefer in den Wald.
Zurück zum Ausgangspunkt
Kurz bevor wir wieder am Informationspunkt ankamen, nahmen wir eine falsche Abzweigung. Das GPS zeigte an, dass wir einen Abzweig verpasst hatten. Als wir zurückgingen, sahen wir, warum es passiert war: Vor dem Wegweiser standen Fahrräder, während nur ein kleines Stück weiter Fahrradständer zu finden waren. Wieder auf dem richtigen Weg folgten wir dem Hauptpfad zurück und erreichten schließlich unser Auto.
Es war eine ruhige, wunderschöne Wanderung durch ein gepflegtes Naturschutzgebiet, mit besonderen Momenten wie der Begegnung mit der Schlange und dem Rehkitz.
Unsere Fotos
Wir machen Fotos mit unserem Handy, einer spiegellosen Kamera oder einer Kompaktkamera. Unsere Erlebnisfotos bearbeiten wir nicht mit Farben oder Filtern – alle Farben, die du siehst, sind genau so, wie wir sie wahrgenommen haben.
Eine Wanderpin
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